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Innovative Praxis mit Neuen Medien in Schulen. Empfehlungen für Schulen und Entscheidungsträger. Second Information Technology in Education Study - Modul 2 (SITES-M2) der IEA.
Innovative Praxis mit Neuen Medien in Schulen. Empfehlungen für Schulen und Entscheidungsträger. (PDF)

SITES – Second Information Technology in Education Study

Welche Veränderungen bewirken die Informations- und Kommunikationstechnologien in Schulen und im Klassenraum tatsächlich? Wie sieht die Praxis der innovativen Lehrerinnen und Lehrer aus, die IKT einsetzen? Wie verändern diese erfolgreich Curricula und inwieweit verändern sich Lehr- und Lernprozesse? Welche Nutzung der IKT ist besonders effektiv? Wie können die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern bewertet werden? Welche schulorganisatorischen Maßnahmen, nationale Bildungspolitik oder andere Faktoren tragen zur Einführung von Innovationen und zu deren Erfolgen bei? Was ist für politische Entscheidungsträger und für die Schulen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit besonders relevant? Zur Untersuchung dieser Fragen entschied die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) 1997 eine zweite international vergleichende Studie zum Einsatz von IKT in Schulen durchzuführen, die Second Information Technology in Education Study (SITES). Sie schließt an die erste internationale Studie der IEA Computers in Education (1989-1992) im Schulbereich an (PELGRUM/PLOMP 1993; HANSEN/LANG 1993; LANG/SCHULZ-ZANDER 1994). SITES umfasst drei Teilstudien: Modul-1 (1997-1999) als Schulstudie, Modul-2 (1999-2002) als qualitative Studie mit Fallstudien über innovative pädagogische Praxis mit IKT und Modul-3 (2002-2005) als Schul-, Lehrer- und Schülerstudie.

SITES Modul 1 wurde als Schulstudie mit einer Befragung von Schulleitungen und technischen Koordinatoren zum Einsatz von IKT in der Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II von 1997 bis 1999 unter Beteiligung von 26 Ländern durchgeführt.

SITES Modul 2 beinhaltet eine qualitative Studie mit Fallstudien über innovative pädagogische Praxis unter Nutzung neuer Medien, sog. IPPUTs („Innovative Pedagogical Practices Under Use of Information Technology“) in der Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II. 28 Länder von Nord- und Südamerika, Europa, Asien, Afrika und Australien haben teilgenommen. Die Adressaten der Studie sind politische Entscheidungsträger, Bildungsverantwortliche, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Lehrerinnen und Lehrer. Das Forschungsdesign geht davon aus, dass in den meisten Ländern eine relativ kleine Gruppe von Schulen und Lehrpersonen innovative, technikgestützte Unterrichtsformen entwickelt haben und eine Vorreiterrolle einnehmen. Es sollen besonders herausragende innovative Lehr-Lernformen im Sinne von Best-Practice in Schulen identifiziert, analysiert und dokumentiert werden, um eine Wissensbasis beispielhafter Unterrichtspraxis unter Nutzung neuer Medien und Befunde über Bedingungsfaktoren zur erfolgreichen Implementation neuer Medien und deren Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit für Lehrkräfte und Entscheidungsträger zu liefern. Das Ziel ist, Daten über den Implementationsprozess von Informationstechnologien in den Unterricht zu liefern und über die Auswertung dieser Daten zur Theorieentwicklung beizutragen, Instrumente zur Erforschung schulischer Implementationsprozesse zu generieren und zu validieren, sowie die Reflexion der Ergebnisse von SITES-M1 und der Vorbereitung von SITES-M3 zu ermöglichen. Weiterhin soll die Untersuchung das Wissen über Kontexte und Bedingungen für eine erfolgreiche und nachhaltige innovative pädagogische Praxis unter Nutzung von IKT in Deutschland und im Ländervergleich anreichern. Diese Wissensbasis innovativer Praxis kann eine Grundlage für technologiebezogene Entscheidungen bilden, aber auch beispielgebend und handlungsorientierend wirken und interessierten Schulen Anregungen für die Unterrichtspraxis geben sowie den bildungspolitischen Entscheidungsträgern Daten für die Schulentwicklungsplanung bereitstellen. Diese Dokumentationen sollen sowohl im Rahmen internationaler als auch nationaler Analysen Trends und Strukturen innovativen Unterrichtsgeschehens mit neuen Medien erkennen lassen.

Forschungsfragen von SITES-M2

In SITES-M2 wurde nicht eine bestimmte Theorie über Unterrichtsinnovationen zugrunde gelegt, sondern es wurde ein konzeptioneller Bezugsrahmen gewählt, der bedeutende Faktoren identifizierte, die bei der Konstruktion der Instrumente und der Analyse Eingang fanden. Der Fokus der Studie liegt in der Entwicklung, Implementation, Nachhaltigkeit, Übertragbarkeit und Wirksamkeit technologiebasierter Unterrichtspraxis, die das Bildungssystem verbessern kann und in der Ermittlung kontextueller Faktoren, die die Prozesse beeinflussen. Die Forschungsfragen sind bezogen auf die Mikro-, Meso- und Makroebene.

Forschungsfragen zur Mikrobene:

- Welche neuen Lehrer-/Schülerrollen werden mit den Innovationen assoziiert?
- Wie verändern die Innovationen die Aktivitäten der Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler?
- Wie wirken sie auf die Lehrer-Schüler- und Schüler-Schüler-Interaktionen?
- In wie weit verändern die Innovationen Curriculuminhalte, Ziele und Leistungsbewertungen?
- Wie verändern die Innovationen den Unterricht in der Klasse und die Lernorganisation? In wie weit wird der Unterricht geöffnet und der Schultag ausgedehnt?
- Welche Barrieren gibt es, um neue Medien in diesem Sinne innovativ zu nutzen? Wie können Lehrpersonen diese Barrieren überwinden?

Forschungsfragen zur Meso-Ebene:

- Welche Aktivitäten auf der Schulebene, z.B. zur Lehrerprofessionalisierung und zur technischen Unterstützung gewähren eine effektive Unterstützung?

Forschungsfragen zur Makro-Ebene:

- Welche nationalen Aktivitäten zur Bereitstellung von Internetzugang, Infrastruktur und Lehrerfortbildung scheinen effektiv zur Unterstützung solcher Innovationen zu sein?

Im vorliegenden Beitrag werden die Daten in Bezug auf die Forschungsfragen zum Lehrer-Schüler-Handeln und zur Lernorganisation analysiert und interpretiert.

Methodisches Vorgehen

Die Studie untersucht mit international vereinheitlichten Erhebungsinstrumenten durch Interview- und Beobachtungstechniken, wie diese Lehrpersonen den Unterricht gestalten, wie sie die Technologien in die Curricula einbetten, was Schülerinnen und Schüler auf welche neue Art und Weise lernen und wie die organisationalen Rahmenbedingungen effektiv zu gestalten sind. Deutschland hat sich an der Videostudie beteiligt, die zum einen die Analyse der Interaktionen, der Aktivitäten von Schülerinnen/Schülern und Lehrpersonen, der Unterrichtsmethoden und der Nutzung von Medien und zum anderen die Dokumentation der Fallstudien beinhaltet.

Der Forschungsansatz ist explorativ. Es sollen Aussagen zum Unterricht getroffen werden, wie z.B. Ablauf und Gestaltung des Unterrichts, Rollenveränderungen seitens der Lehrpersonen, der Schülerinnen und Schüler und Auswirkungen der Innovation auf die Beteiligten. Des weiteren werden Beispiele zur Implementation der neuen Medien in den Unterricht geliefert. Darüber hinaus sollen Fragen zur nationalen „policy“ beantwortet werden, die Aufschluss über Rahmenbedingungen des innovativen Einsatzes der neuen Medien im Unterricht geben.

Internationale Ergebnisse



Kozma, R. B. (2003). Technology, Innovation, and Educational Change - A Global Perspective. A report of the Second Information Technology in Education Study: Module 2. Eugene: International Society for Technology in Education (ISTE) Publications. (mehr)
Internationale Ergebnisse

Journal of Computer Assisted Learning. (mehr)
Internationale Ergebnisse

T. Plomp, R. Anderson, N. Law & A. Quale (eds.) (2003). Cross national information and communication technology policies and practices in education. Greenwich, CT: Information Age Publishing.
(c) 2004 - Institut für Schulentwicklungsforschung